Ich veröffentlichte Montebaldo am 27. Mai 2024. Sie war mein Versuch einer inversen Slab-Serif, jener Kategorie, in der die Serifen schwerer als die Stämme sind. Historisch sind diese Designs mit French Clarendon oder Italienne-Schriften verbunden, die im späten 19. Jahrhundert populär wurden und dann in der psychedelischen Szene der 1960er-Jahre wieder auftauchten. Albumcover wie Headquarters von The Monkees oder Artwork aus Yellow Submarine zeigten, wie diese Stile in flüchtige Erzeugnisse der Popkultur gelangten. Ich wollte diese Geschichte würdigen, ohne die üblichen „Cowboy“- oder „Zirkus“-Assoziationen zu betonen.
Dafür reduzierte ich bestimmte ornamentale Merkmale, etwa indem ich ein eingerolltes Ende am R vermied und ein vereinfachtes kleines a verwendete. Meine wichtigsten Vorlagen stammten aus dem Katalog von Photo-Lettering Inc. von 1973, der viele wenig bekannte schmale Slab-Serif-Designs enthielt, die eher europäisch als nach Western wirkten. Die Familie entstand mit acht Schnitten von ultradünn bis schwer. Einheitliche, auf Radien basierende Kurven über so viele Strichstärken hinweg zu verwalten, erforderte viel Handarbeit; ich füllte Seiten mit Berechnungen, damit die Geometrie von einem Master zum nächsten stimmig blieb.
Montebaldo war für modeorientierte Displayanwendungen gedacht, fand seit der Veröffentlichung aber keine bemerkenswerte Verbreitung. Trotz enttäuschender Verkäufe sehe ich sie als sorgfältige Erkundung dessen, wie Italienne-Formen in einem modernen Zusammenhang neu betrachtet werden können.